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Anleitung · Einrichtung · Retail

Addons installieren und verwalten

WoW-Addons unter Windows, macOS und Linux installieren und verwalten. Manager im Vergleich, manuelle Installation, Stand Midnight.

· von · 14 Min Lesezeit · aktualisiert

Addons erweitern World of Warcraft seit fast 20 Jahren. Sie können das Inventar zusammenfassen, Bossfähigkeiten anzeigen oder das gesamte Interface neu zeichnen. Mit Midnight haben sich die Spielregeln allerdings verschoben. Diese Anleitung zeigt, was Addons heute noch dürfen, welche Programme bei der Verwaltung helfen und wie du sie unter Windows, macOS und Linux einrichtest.

Kurz gesagt

  • Seit dem Vorbereitungspatch zu Midnight (21. Januar 2026) gilt die sogenannte Abrüstung von Addons. Kampfinformationen liegen in „geheimen Werten" und sind für Addons nicht mehr lesbar. WeakAuras erscheint nicht für Midnight.
  • Die größte Auswahl bietet die CurseForge App. Sie zeigt Werbung und sammelt Telemetriedaten. Werbe- und tracking-freie Alternativen: WowUp, WowUp.CF, instawow, CurseBreaker und Strongbox.
  • Manuell installieren funktioniert weiterhin: ZIP entpacken, Ordner in Interface/AddOns kopieren, Spiel starten.
  • Unter Linux klappt die Verwaltung am unkompliziertesten mit Strongbox, WowUp als AppImage oder instawow. Die CurseForge App gibt es auch als Linux-Build, offiziell nur für Ubuntu-Derivate.

Was Addons in Midnight dürfen und was nicht

Im Vorbereitungspatch zu Midnight hat Blizzard die Möglichkeiten von Addons deutlich eingeschränkt. Game Director Ion Hazzikostas hat den Hintergrund in einem ausführlichen Beitrag erklärt.1 Das Kernprinzip: Kampfinformationen liegen in einer Art Blackbox. Addons dürfen sie anders darstellen, aber nicht mehr selbst auslesen.

Informationen über den aktuellen Kampfzustand sind als „geheime Werte" gekennzeichnet, die Addons zwar anzeigen, aber nicht „kennen" können.
Ion Hazzikostas, Game Director

Was weiterhin funktioniert

  • Position, Größe, Form und Farbe von Stärkungs- und Schwächungsanzeigen
  • Eigene Skins für Namensplaketten, Zauberleisten und Frames
  • Boss-Mods wie BigWigs oder Deadly Boss Mods, an die neuen Regeln angepasst
  • Schadensanzeigen wie Details!, die das Kampflog auswerten
  • Taschenverwaltung, Auktionshaus-Tools, Quest-Helfer
  • Mythisch+ Routenplanung mit Mythic Dungeon Tools
  • Sammlungs-, Transmog- und Behausungs-Addons
  • Sortier- und Verwaltungstools für Talente, Makros und Profile

Was wegfällt oder stark eingeschränkt ist

  • Rotationshelfer wie Hekili oder MaxDps
  • Kampfbezogene WeakAuras, die eigene Abklingzeiten oder Ressourcen verfolgen
  • Automatische Markierungen während des Kampfes
  • Auslesen gegnerischer Abklingzeiten im PvP
  • Skripte, die Kampfentscheidungen für den Spieler treffen

Was Blizzard selbst eingebaut hat

Parallel zu den Einschränkungen liefert Blizzard native Werkzeuge mit. Damit braucht es für viele Aufgaben kein zusätzliches Addon mehr.

Native FunktionErsetzt grob
Bearbeitungsmodus für UI-ElementeMoveAnything
AbklingzeitmanagerEinfache WeakAuras-Anzeigen
Bosswarnungen mit ZeitstrahlBasisfunktion von DBM/BigWigs
Schadensanzeige mit serverseitiger PrüfungRecount, einfache Schadensanzeigen
Vorschlag hervorheben, Ein-Tasten-AssistentRotation-Helfer für Einsteiger
Audiohinweise und Text-to-SpeechVocal Raid Assistant

Damit ist nicht jedes alte Lieblings-Addon weg, aber viele werden überflüssig. Quellen wie Wowhead und Icy Veins berichten, dass Blizzard die genauen Grenzen weiterhin nachjustiert.2

Welcher Addon-Manager passt zu dir

Ein Addon-Manager lädt Addons aus Online-Quellen, installiert sie in die richtigen Ordner und hält sie aktuell. Die Manager unterscheiden sich vor allem in drei Punkten: welche Quellen sie unterstützen, ob sie Werbung oder Telemetrie einbinden und welche Plattformen sie nativ bedienen.

Addon-Manager im Überblick

ManagerPlattformenFOSSWerbung/TrackingQuellen
CurseForge AppWindows, macOS, Linux (Ubuntu)NeinWerbung, Telemetrie standardmäßig aktivCurseForge
WowUpWindows, macOS, Linux (AppImage)Ja (MIT)Werbung in der Sidebar, keine TelemetrieWago Addons, WoWInterface, GitHub, Tukui
WowUp.CFWindows, macOS, Linux (AppImage)Ja (MIT)Reicht CurseForge-Werbung durch, keine eigeneCurseForge zusätzlich zu den oben genannten
instawow (GUI + CLI)Windows, macOS, Linux, FreeBSDJa (GPL-3)KeineCurseForge, GitHub, WoWInterface, Tukui, Wago Addons
CurseBreaker (CLI)Windows, macOS, LinuxJa (GPL-3)KeineCurseForge, GitHub, WoWInterface, Wago Addons (mit Patreon-Key)
StrongboxLinux, macOS, Windows (JAR)Ja (AGPL-3)KeineGitHub, WoWInterface, CurseForge eingeschränkt
Wago AppWindows, macOSNeinKeine Werbung, Pay-Author-ModellWago Addons, WeakAuras

CurseForge App

CurseForge gehört der Firma Overwolf und ist die größte Plattform für WoW-Addons. Praktisch jedes populäre Addon liegt dort. Die zugehörige App installiert und aktualisiert Addons mit wenigen Klicks. Sie erscheint auf den ersten Blick einsteigerfreundlich.

Datenschutz und Werbung sind die wichtigsten Einschränkungen. Die App zeigt Werbung im Hauptfenster und sammelt standardmäßig Telemetriedaten, darunter Hardware-Informationen, Bildwiederholrate und Nutzungsstatistiken. Das Tracking lässt sich in den Einstellungen unter Privacy abschalten.3 Ein Premium-Abo entfernt die Werbung. Unter Linux gibt es einen offiziellen Build, offiziell unterstützt werden aber nur Ubuntu und nahe Verwandte.

WowUp und WowUp.CF

WowUp ist seit Jahren der bekannteste freie Addon-Manager. Er existiert in zwei parallelen Builds, weil CurseForge eine Sondererlaubnis verlangt. Wer beide Welten will, installiert beide nebeneinander.

  • WowUp lädt von Wago Addons, WoWInterface, Tukui und GitHub. Die Wago-Partnerschaft sorgt dafür, dass viele Addons dort gespiegelt verfügbar sind.4
  • WowUp.CF ist die offizielle Variante mit CurseForge-Zugang. Die Werbung von CurseForge wird durchgereicht, im Client selbst gibt es keine zusätzliche.5

Beide laufen unter Windows, macOS und Linux (als AppImage). Auf der WowUp-Seite führt der Bereich „Discord-Server" weiter zur Community.

instawow

instawow ist ein Python-Werkzeug mit grafischer Oberfläche und Kommandozeile in einem. Es unterstützt CurseForge, GitHub, WoWInterface, Tukui und Wago Addons, verzichtet komplett auf Werbung und Telemetrie und läuft auf allen großen Systemen einschließlich FreeBSD.6 Profile für Retail und Classic lassen sich gleichzeitig verwalten. Plug-ins decken Spezialfälle ab, etwa die Anbindung an den WeakAuras Companion.

Installation: über PyPI (pipx install instawow), das Arch User Repository (instawow-bin) oder Nix.

CurseBreaker

CurseBreaker ist ein Kommandozeilenwerkzeug für Power-User. Es zeigt eine übersichtliche Tabelle aller installierten Addons und aktualisiert sie mit einem Befehl.7 Der Maintainer pflegt das Projekt aktiv weiter, die letzte Version 4.8.4 ist vom 13. Januar 2026.

Unterstützt werden Retail, Classic Era, Mists of Pandaria Classic und Anniversary Classic. Wago Addons funktioniert nur mit einem kostenpflichtigen Patreon-Key. Für Automatisierungen gibt es einen Headless-Modus, der sich hervorragend in Skripte einbinden lässt.

Strongbox

Strongbox kommt aus der Linux-Welt, läuft aber auch unter macOS und Windows. Das Projekt beschreibt sich selbst als werbefrei und auf Privatsphäre ausgerichtet.8 Bezogen werden Addons aus GitHub, WoWInterface und mit Einschränkungen aus CurseForge.

Unter Linux ist Strongbox als AppImage, über Flathub (la.ogri.strongbox), als JAR und im Arch User Repository verfügbar. Ein 8.0-Rewrite läuft in einem getrennten Repo und ist noch im Alpha-Stadium. Die stabile 7er-Reihe wird weiter mit Bugfixes versorgt.

Wago App

Die Wago App verbindet zwei Welten: die WeakAuras- und Plater-Plattform wago.io und die separaten Wago Addons. Der Client läuft unter Windows und macOS, einen nativen Linux-Build gibt es nicht. Werbung ist nicht eingebettet, das Geschäftsmodell setzt auf Patreon und Umsatzbeteiligung für Autoren.

Wer WeakAuras unter Linux trotzdem aktuell halten möchte, nutzt den WeakAuras Companion, ein eigenes Projekt mit Builds für Windows, macOS und Linux.

Installation unter Windows

CurseForge App

  1. Lade den Installer von der offiziellen Seite (curseforge.com/download/app).
  2. Starte die Installation. Die App fragt, ob das Overwolf-Overlay mit installiert werden soll. Für reine Addon-Verwaltung kannst du das ablehnen.
  3. Beim ersten Start wählt die App das Spiel aus und sucht WoW-Installationen automatisch. Falls nichts gefunden wird, kannst du den Pfad zu _retail_, _classic_era_ und Co. manuell angeben.
  4. Optional: Unter Settings → Privacy lässt sich die Telemetrie deaktivieren.

WowUp und WowUp.CF

  1. Lade den Installer von wowup.io. Achte darauf, ob du die normale Variante oder die CurseForge-Variante brauchst. Beide lassen sich parallel betreiben.
  2. Installiere wie gewohnt. WowUp findet die installierten WoW-Versionen selbst.
  3. Über den Tab „Get More Addons" suchst du nach neuen Addons und installierst sie per Klick.

instawow

# Voraussetzung: Python 3.11 oder neuer
pip install --user pipx
pipx install instawow
instawow configure
instawow gui    # öffnet die grafische Oberfläche

CurseBreaker

  1. Lade die Windows-Binary aus dem GitHub-Release-Bereich.
  2. Lege die Datei in den Interface-Ordner deiner WoW-Installation.
  3. Starte CurseBreaker.exe. Beim ersten Start wird ein lokaler Cache aufgebaut.
  4. Befehle wie install, update oder uninstall arbeiten direkt im Verzeichnis.

Installation unter macOS

CurseForge App

  1. Lade den DMG-Installer von curseforge.com/download/app.
  2. Ziehe die App in den Programme-Ordner.
  3. Starte sie. macOS fragt einmalig nach der Berechtigung, eine geladene Anwendung zu öffnen.
  4. Telemetrie unter Settings → Privacy abschalten, falls gewünscht.

WowUp und WowUp.CF

Beide Builds liegen als DMG vor. Die Installation funktioniert wie bei jeder anderen Mac-App: DMG öffnen, App in den Programme-Ordner ziehen, starten. Beim ersten Start prüft WowUp, ob WoW installiert ist und welche Versionen vorhanden sind.

instawow

# Voraussetzung: Python 3.11+ (zum Beispiel über Homebrew)
brew install pipx
pipx install instawow
instawow gui

CurseBreaker

  1. Lade die macOS-Binary aus dem GitHub-Release.
  2. Im Terminal in den Interface-Ordner wechseln, Binary dorthin verschieben und ausführbar machen: chmod +x CurseBreaker.
  3. Beim ersten Start einmal über Rechtsklick → „Öffnen" bestätigen, damit macOS das nicht signierte Programm zulässt.

Installation unter Linux

WoW selbst läuft unter Linux nicht nativ. Üblich sind drei Wege: Lutris mit dem Battle.net-Installer, Bottles als grafische Wine-Verwaltung oder eine manuelle Wine-Installation. Welche Manager-Lösung passt, hängt vom Setup ab.

CurseForge App nativ

Overwolf liefert einen Linux-Build, offiziell unterstützt sind allerdings nur Ubuntu, Linux Mint und Pop!_OS. Auf anderen Distributionen läuft die App in der Regel, kann aber zusätzliche Abhängigkeiten verlangen.

# Beispiel Ubuntu/Debian: heruntergeladenes .deb installieren
sudo apt install ./curseforge-*.deb

Wichtig: Die App muss den Pfad zur WoW-Installation kennen. Bei einer Lutris-Installation liegt sie meist unter ~/Games/battle-net/drive_c/Program Files (x86)/World of Warcraft/. Der genaue Name des Wine-Prefix hängt vom Installer ab.

WowUp als AppImage

  1. AppImage von der WowUp-Release-Seite herunterladen.
  2. Ausführbar machen: chmod +x WowUp-*.AppImage.
  3. Per Doppelklick oder im Terminal starten.
  4. Im Einstellungsdialog den Pfad zur WoW-Installation eintragen. WowUp erkennt Lutris-Pfade in vielen Fällen automatisch.

Strongbox

Drei gängige Installationswege:

# Flatpak (empfohlen)
flatpak install flathub la.ogri.strongbox

# Arch User Repository
yay -S strongbox

# JAR (alle Distributionen, benötigt OpenJDK 17+)
java -jar strongbox-7.x.x-standalone.jar

Beim ersten Start fragt Strongbox nach dem Pfad zur WoW-Installation. Mehrere Versionen (Retail, Classic) lassen sich parallel anlegen.

instawow

# Variante 1: über pipx
sudo apt install pipx           # Debian/Ubuntu
pipx install instawow

# Variante 2: über das Arch User Repository
yay -S instawow-bin

# Variante 3: über Nix
nix-env -iA nixpkgs.instawow

Nach der Installation einmalig instawow configure ausführen und den Pfad zur WoW-Installation eintragen. Die grafische Oberfläche startet mit instawow gui.

Pfade unter Linux

Der WoW-Ordner liegt in einem Wine-Prefix. Häufige Pfade:

InstallationswegBeispielpfad
Lutris (Battle.net)~/Games/battle-net/drive_c/Program Files (x86)/World of Warcraft/
Lutris (Battle.net, ältere Installer)~/Games/battlenet/drive_c/Program Files (x86)/World of Warcraft/
Bottles~/.local/share/bottles/bottles/<bottle-name>/drive_c/Program Files (x86)/World of Warcraft/
Standalone Wine~/.wine/drive_c/Program Files (x86)/World of Warcraft/

Manuelle Installation: Schritt für Schritt

Ein Manager ist bequem, aber nicht zwingend. Manche Addons liegen nur als ZIP auf GitHub oder einer Entwickler-Seite. In dem Fall hilft die manuelle Installation. Sie funktioniert auf allen drei Plattformen gleich.

Schritt 1: Addon herunterladen

Besorge dir das Addon als ZIP-Archiv aus einer vertrauenswürdigen Quelle. Etabliert sind CurseForge, WoWInterface, Wago Addons und die offiziellen GitHub-Seiten der Autoren. Lade die Datei an einen Ort, den du leicht wiederfindest.

Schritt 2: ZIP entpacken

Doppelklick auf die ZIP-Datei genügt unter Windows, macOS und auf den meisten Linux-Desktops. Wichtig: Manchmal liegt im Archiv ein äußerer Ordner mit Versionsnummer (etwa Bagnon-12.0.5). Der gehört nicht in den AddOns-Ordner. Hinein muss der innere Ordner, der direkt die Dateien *.toc, *.lua und gegebenenfalls *.xml enthält.

Schritt 3: Ordner in das AddOns-Verzeichnis kopieren

Finde den passenden Interface/AddOns-Ordner deiner Spielversion. Die Pfade unterscheiden sich je nach Betriebssystem und WoW-Variante:

SystemPfad
Windows RetailC:\Program Files (x86)\World of Warcraft\_retail_\Interface\AddOns\
Windows Classic Era / AnniversaryC:\Program Files (x86)\World of Warcraft\_classic_era_\Interface\AddOns\
Windows Classic Progression (MoP Classic)C:\Program Files (x86)\World of Warcraft\_classic_\Interface\AddOns\
Windows PTRC:\Program Files (x86)\World of Warcraft\_ptr_\Interface\AddOns\
macOS Retail/Applications/World of Warcraft/_retail_/Interface/AddOns/
macOS Classic/Applications/World of Warcraft/_classic_era_/Interface/AddOns/
Linux (Lutris-Standard)~/Games/battle-net/drive_c/Program Files (x86)/World of Warcraft/_retail_/Interface/AddOns/

Kopiere den entpackten Ordner dort hinein. Mehrere Addons heißt: mehrere Ordner.

Schritt 4: Im Spiel prüfen

Starte WoW oder gib im Spiel /reload ein, falls schon gestartet. Auf dem Charakterauswahlbildschirm erscheint unten links der Knopf AddOns. Im Spiel selbst öffnest du das Menü mit Esc und einem Klick auf AddOns. Setze gegebenenfalls den Haken bei Veraltete AddOns laden, wenn das Addon noch nicht für die aktuelle Version ausgewiesen ist.

Wenn der AddOns-Knopf gar nicht erscheint
Dann sind entweder keine Addons installiert oder sie liegen im falschen Ordner. Häufige Ursachen: Der Pfad geht versehentlich nach interface/addons statt Interface/AddOns (relevant unter Linux), oder ein äußerer Versionsordner ist mitkopiert worden. Die *.toc-Datei muss direkt im Addon-Ordner liegen, nicht in einem Unterordner.

Wo Addons herkommen

Vier seriöse Quellen decken den Großteil der Szene ab. Wer dort lädt, erhält geprüfte Versionen ohne nennenswerte Sicherheitsrisiken.

  • CurseForge (curseforge.com/wow): Größte Bibliothek, moderiert. Bei Downloads aufpassen, dass der richtige Spiel-Client (Retail, Classic, Anniversary) ausgewählt ist.
  • WoWInterface (wowinterface.com): Alteingesessen, eigene Community. Eigener Manager (Minion) existiert, ist aber weniger verbreitet.
  • Wago Addons (addons.wago.io): Vergleichsweise jung, community-getrieben, autorenfreundliche Auszahlungen. Sinnvolle Ergänzung zu CurseForge.
  • GitHub und Tukui (tukui.org): Für Addons, die abseits der großen Plattformen verteilt werden, allen voran ElvUI. Tukui hostet seit Sommer 2023 ausschließlich seine eigenen Projekte.

Andere Seiten verlangen Vorsicht: Lade niemals Addons aus Foren, Discord-DMs oder unbekannten Websites. Im schlimmsten Fall liegt darin Code, der dein Spielkonto kompromittiert.

Retail, Classic, Anniversary: Wo welches Addon hingehört

WoW Retail und die Classic-Varianten haben jeweils eigene Installationsordner und eine eigene API. Ein Retail-Addon funktioniert nicht in Classic und umgekehrt.

VarianteOrdnerkürzelInterface-Version (Beispiel)
Retail (Midnight 12.0.5)_retail_120005
Mists of Pandaria Classic_classic_50500
Classic Anniversary / Era_classic_era_11507
PTR_ptr_(rotiert je nach Test)

Welche Variante ein Addon unterstützt, steht in der *.toc-Datei oben:

## Interface: 120005
## Title: Beispiel-Addon
## Version: 1.2.3

Auf CurseForge lässt sich beim Download zwischen den Varianten umschalten. WoWInterface trennt sie über separate Bereiche. Addon-Manager wählen die passende Version meist automatisch, wenn du das richtige Spiel-Profil aktiv hast.

Einstellungen werden im Ordner WTF/Account/<NAME>/SavedVariables/ getrennt nach Spielvariante gespeichert. Profile lassen sich zwischen Retail und Classic nur eingeschränkt übertragen, weil die internen Datenstrukturen oft abweichen.

Pflege, Updates und Konflikte

Addons sind nicht „install and forget". Nach jedem Patch passen die Autoren ihre Skripte an. Drei Routinen lohnen sich.

Regelmäßig aktualisieren. Direkt nach einem Patch lädst du Updates per Manager nach. Bei manueller Installation lohnt sich ein Blick auf CurseForge und Wago Addons alle paar Wochen.

Veraltete Addons laden, wenn nötig. Im AddOn-Menü oben gibt es die Option „Veraltete AddOns laden". Damit lassen sich Addons trotz Patch-Wechsel laden. Viele funktionieren weiter, manche brechen. Verwende den Schalter pragmatisch, nicht dauerhaft.

Konflikte erkennen. Zwei Addons, die dieselbe Funktion abdecken (etwa zwei Schadensanzeigen oder zwei Boss-Mods), führen oft zu Lua-Fehlern. Wenn ein Fehler auftritt, hilft die Halbierung: erst die Hälfte deaktivieren, dann weiter eingrenzen.

Aufräumen. Addons, die du nicht mehr nutzt, kosten Speicher und Ladezeit. Einmal pro Patch durchschauen lohnt sich.

Backups anlegen. Der WTF-Ordner enthält alle Einstellungen, WeakAuras-Importe, Plater-Profile, Makros und Speicherdaten. Ein gelegentliches Backup schützt vor versehentlichen Verlusten oder ermöglicht den Umzug auf einen neuen Rechner. Unter Linux liegt der Ordner im jeweiligen Wine-Prefix parallel zu Interface.

Häufige Probleme

Lua-Fehler beim Login

Lua-Fehler sehen oft furchterregend aus. Die erste Zeile nennt das verursachende Addon:

Message: Interface/AddOns/Details/Libs/...

Lösungswege in dieser Reihenfolge:

  1. Addon aktualisieren.
  2. Falls kein Update verfügbar: deaktivieren und auf eine neue Version warten.
  3. WoW-Cache löschen (Cache-Ordner im WoW-Verzeichnis).
  4. Bei wiederkehrenden Fehlern: Addon-Profil zurücksetzen.

Script ran too long

Der Fehler „Script ran too long“ tritt seit Midnight häufiger auf. Ursache ist meist ein Addon, das die neue API noch nicht sauber bedient. Bisektionierung (Hälfte deaktivieren, testen, weiter eingrenzen) führt zum Übeltäter.

  1. Hälfte deaktivieren

    die Hälfte der aktiven Addons ausschalten

  2. Testen

    prüfen, ob der Fehler noch auftritt

  3. Eingrenzen

    mit der Hälfte weitermachen, in der der Fehler steckt

zurück zu 01 · bis nur noch ein Addon übrig ist

Aktionsleisten verschwunden, Layout zerschossen

Häufig nach einem Patch. Über den Bearbeitungsmodus (Esc → Bearbeitungsmodus oder direkt /editmode) lässt sich das Standard-Layout zurücksetzen. ElvUI- und ähnliche UI-Pakete bringen meist eigene Reset-Optionen mit.

Veraltete Addons laden hilft nicht

Manche Addons funktionieren auch mit aktiver Option nicht, weil sie geänderte oder gestrichene API-Funktionen nutzen. Hier hilft nur ein Update vom Autor oder ein Fork in der Community.

Spiel startet nicht mehr nach Addon-Installation

Sehr selten. In dem Fall den frischen Addon-Ordner einfach wieder entfernen. Falls der Verdacht auf eine WTF-Datei fällt, hilft das Umbenennen des WTF-Ordners zu WTF_backup. WoW legt beim nächsten Start einen frischen an, und du kannst die alten Daten Stück für Stück zurückkopieren.

Sicherheit und Datenschutz

Addons selbst laufen in einer eingeschränkten Lua-Umgebung im Spiel. Sie können keine Dateien auf deinem Rechner anlegen, nicht das Internet kontaktieren und nicht außerhalb von WoW interagieren. Risiken entstehen drum herum.

  • Nur seriöse Quellen. CurseForge, WoWInterface, Wago Addons und die GitHub-Seiten bekannter Autoren sind moderiert. Andere Quellen meiden.
  • Keine Lua-Cheats laden. Vermeintliche Rotation-Bots oder „Aimbots" für WoW stammen aus Cheat-Foren. Sie sind häufig mit Malware präpariert und führen im besten Fall zum Account-Bann.
  • AllowDangerousScripts nicht dauerhaft setzen. Diese Einstellung in der Config.wtf schaltet eine Sicherheitswarnung ab, die seit dem Bleeping-Computer-Vorfall 2016 eingebaut ist.9 Spieler wurden damals per Whisper überredet, einen /run-Befehl auszuführen, der das Interface manipulierte. Lass die Warnung besser an.
  • Keine /run-Befehle aus Whispern. Egal wie offiziell jemand wirkt, niemand braucht von dir einen /run-Befehl im Chat. Das gilt insbesondere bei angeblichen Goldhändlern oder Gildensuchanfragen.
  • Datenschutz bei der Manager-Wahl. Die CurseForge App sammelt von Haus aus Telemetriedaten und zeigt Werbung. Wer das vermeiden will, deaktiviert das Tracking unter Settings → Privacy oder nutzt eine der FOSS-Alternativen.

Wie es weitergeht

Die Anleitung deckt die Grundlagen ab. Spezifische Themen wie konkrete Einstellungen einzelner Manager, das Einrichten von ElvUI unter Linux oder die Verwaltung von WeakAuras-Importen folgen in eigenen Artikeln. Bis dahin gilt: Probier zwei oder drei Manager aus und entscheide nach deinem Geschmack. Es gibt keine objektiv beste Lösung. Die Wahl hängt davon ab, ob dir kurze Wege oder volle Kontrolle wichtiger sind, ob du Datenschutz priorisierst und auf welchem System du spielst.

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